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Diamantform oder Schliffform?

Häufig wird vom Schliff oder der Schliffform gesprochen, wenn eigentlich die Form eines Diamanten gemeint ist. Davon zu unterscheiden ist der Fachbegriff „Cut“ (auf Deutsch: „Schliff“), der das Kriterium des Schliffgrades eines Diamanten beschreibt, also die Qualität nicht die Form des Schliffs. 

Auswirkungen der (Schliff)-Form auf den Preis pro Karat

Der Brillant erzielt den höchsten Preis pro Karat unter allen Diamant-Formen. Dies liegt einerseits darin begründet, dass statistisch mathematisch beim Schleifen eines runden Steines mit entsprechend vielen Facetten mehr Diamantmaterial verlorengeht, als bei anderen sog. „fancy“ Formen, wie Rechtecken, Quadraten, Tropfen oder ovalen Formen. Andererseits sind Brillanten von allen Formen am stärksten nachgefragt, da sie das Feuer und die sprichwörtliche Brillanz eines Diamanten am besten zur Geltung gelangen lassen. Die beispielhafte Abbildung zeigt Ihnen die Einsparung, die Sie mit einer anderen Form als einem Brillanten erzielen können, unter beispielhafter Annahme der nachfolgenden Qualitätskriterien:

Die Preise pro Karat bzw. pro Bruchteile eines Karats sind bei Brillanten mit ansonsten gleichen Merkmalen wie Farbe, Schliffgrad, Fluoreszenz etc. innerhalb folgender Bandbreiten gleich:

Karat-Gewicht: 1,00 bis 1,05

Schliffgrad (Cut)
Sehr gut - Exzellent
VG - EX

Farbe (Color)
Feines Weiß
F

Reinheit (Clarity)
Sehr kleine Einschlüsse
VS2

Symmetrie
Sehr gut - Exzellent
VG - EX

Politur
Sehr gut - Exzellent
VG - EX

Fluoreszenz
Keine
N

 Preis / KaratEinsparung
in %
Brillant6.360,28 
Princesss4.608,2327,55
Smaragd4.573,0628,10
Asscher- 
Navette- 
Oval5.500,1713,52
Baguette5.324,0716,29
Tropfen6.288,171,13
Herz- 
Kissen4.762,4325,12

Stand: 14.11.2018

Hinweis: Der Schliffgrad hat vor allem beim Brillanten eine herausragende Relevanz. Bei allen anderen Formen hat der Schliffgrad keinen so erheblichen Einfluss auf den Wert bzw. Preis des Diamanten.

Brillantschliff Diamanten

Ein Brillant ist ein rund geschliffener Diamant. Im oberen Teil, der sogenannten Krone weist der Diamant mindestens 32 Facetten (plus Tafel) auf. Im unteren Teil, dem sogenannten Pavillon besitzt ein Brillant mindestens 24 Facetten (plus ggf. Kalette).

Die Brillanz und das Feuer des Brillanten

Das in einen Brillanten eintretende Licht wird durch die glattpolierten Flächen und Facetten reflektiert, mehrfach gebrochen und in vielfältige Farben, die sogenannten Spektralfarben, aufgespalten. Tiefe und Tafel des Steins sowie die Winkelverhältnisse zwischen Pavillon und Krone bestimmen über Brillanz, Feuer, Szintillation (Luminiszenz) und Streuung des Diamanten – also die Eigenschaften, die man optisch wahrnehmen kann. Ein Brillant, der über die geometrisch ermittelten Attribute eines exzellenten Schliffgrades und einer exzellenten Symmetrie verfügt und darüber hinaus auch eine exzellente Politur aufweist, erzielt regelmäßig auch Höchstwerte bei diesen optischen Eigenschaften. Diamanten, die diese Kriterien erfüllen, nennt man auch Triple-X Steine (EX EX EX).

Die Brillanz und das Feuer des Brillanten

Im Jahre 1910 wurde der Brillantschliff, welcher den Altschliff damals als gängigste Schliffart ablöste, entwickelt. Der Schliff verstärkte das Feuer des Diamanten und war daher fortan beliebter. Der Brillant gehört in die Kategorie der Facettenschliffe, welcher im 15. Jh. bekannt wurde. Dabei wurden zunächst nur die natürlichen Oktaederflächen poliert. Doch im Laufe der Entwicklung des Brillantschliffes entdeckten Schleifer, dass zusätzliche Facetten die Strahlkraft des Diamanten verstärken. So wurde schlussendlich der Brillant mit seinen mindestens 56 Facetten entwickelt.

Princessschliff Diamanten

Nach dem klassischen runden Diamanten ist der sogenannte Princess Schliff heute die zweitpopulärste Diamantform – insbesondere in den USA. Der untere Teil (Pavillon) des Diamanten hat viele Facetten ähnlich dem Brillanten. Dadurch ist der Princessschliff die rechteckige Diamantform mit dem meisten Feuer. Seine besondere Brillanz und einzigartige Form machen ihn für die Verwendung bei Verlobungsringen besonders beliebt.

Der Princess Cut Diamant sieht von oben betrachtet viereckig, häufig quadratisch aus und hat spitze Ecken. Von der Seite betrachtet wirkt der untere Teil des Princess Diamanten wie eine auf den Kopf gestellt Pyramide. Die geometrische Form des Diamanten kann dabei unterschiedlich ausfallen. Die Maße des Steins, genauer gesagt das Längen-Breiten-Verhältnis bestimmt, ob der Diamant bei der Draufsicht eher rechteckig oder quadratisch ist.

Als quadratisch gelten Steine mit einem Länge-Breite-Verhältnis zwischen 1 und 1,05. Wenn Sie dagegen einen rechteckigen Stein suchen, wählen Sie einen der Werte größer 1,10 aus. Bezogen auf die Wahl der Farbqualität (Color) ist diese Diamantform z. B. gegenüber Brillanten anspruchsvoller: Insbesondere in den Ecken des Steins wird eine etwaige Färbung mit Abnahme der Farbqualität zunehmend sichtbar. 

Geschichte des Princess Cuts

Der Princess Cut ist eine relativ neue Schliffform. In den sechziger Jahren wurde der Princess Cut erstmals als Möglichkeit gesehen, einem Diamanten eine quadratische Form zu verleihen, die ebenso über gleichartige Facetten wie ein runder Diamant (Brillant) verfügt. Schleifer arbeiteten und forschten solange an einer optimalen eckigen Form, bis die hierdurch dem Stein verliehene Brillanz, einem Brillanten sehr nahe kam. Der Princess entwickelte sich damit zu einer modernen Alternative zum klassischen Brillanten. Er hatte zudem den Vorteil, wegen seiner eckigen Form mehr Karat auf die Waage zu bringen als ein (runder) Brillant mit vergleichbarem Durchmesser.

Smaragdschliff Diamanten

Der Smaragd-Schliff, auch Emerald Cut genannt, erhält sein einzigartiges Aussehen durch die rechteckigen Facetten an der Steinunterseite, dem sogenannten Pavillon. Der Smaragdschliff zeichnet sich durch langgezogene, stufenartige Facetten (Treppenschliff) aus und gehört daher den Step Cuts an. Diese Schliffe – im Gegensatz zu den Brilliant Cuts - zeigen besonders gut die Reinheit der Diamanten, haben jedoch weniger Reflexe oder Brillanz. Ähnlich dem Princess-Cut unterscheiden sich Smaragd-Diamanten in der Form: Das Länge-Breite Verhältnis gibt Aufschluss darüber, ob der Diamant eher länglich oder eher breit ist.

Geschichte des Emerald Cuts

Ursprünglich wurde der Smaragd-Schliff – wie der Name schon sagt - entwickelt, um Smaragde (lat. smaragdus = grüner Stein) zu schleifen. Smaragde tendieren aufgrund von Einschlüssen und Rissen zu einer erhöhten Brüchigkeit, die durch den hierfür entwickelten treppenförmigen Schliff mit extrem großer Tafel nicht zum Tragen kommt. Im Laufe der Zeit übertrugen Diamantschleifer diese Schliffform auf Diamanten, da mit dem Smaragdschliff elegant-zurückhaltende Schmuckstücke geschaffen werden konnten. Der Smaragdschliff findet eine Variation auch in anderen Diamantformen wie bspw. dem Asscher.

Asscherschliff Diamanten

Der Asscher Diamant wirkt von oben betrachtet wie ein Quadrat mit abgerundeten Ecken. Die Form ähnelt der Smaragdform. Ein Asscher ist jedoch stets quadratisch, mit Proportionen um 1,00 oder 1,05. Genau wie auch beim Smaragdschliff sind die stufenartigen Facetten (Treppenschliff) bezeichnend für diese Form. Die meisten Asscher haben 58 Facetten, doch sogenannte Royal Asscher Diamanten können sogar 74 Facetten haben. Trotz der Ähnlichkeit zum Smaragd-Diamanten weist der Asscher-Schliff wegen seiner Proportionen mehr Brillanz auf. Die rechteckigen Facetten der Unterseite in Kombination mit einer relativ großen Tafel führen dazu, dass die Reinheit beim Asscher Schliff eine besonders wichtige Rolle spielt.

Geschichte des Asscher Cuts

Der Asscher Schliff wurde im Jahr 1902 durch Joseph Asscher entwickelt. Er patentierte den Schliff mit drei Stufen in der Krone und sieben Stufen im Pavillon. Der Asscher-Schliff wurde jedoch im Laufe der Zeit verändert, sodass er heute meist nur noch drei bis vier Stufen im Pavillon aufweist und dadurch mehr strahlt. Mitte und Ender der zwanziger Jahre erlebte der Schliff einen wahren Boom. In 2001 wurde eine weitere Version des Asscher Cuts entwickelt. Die neue Variante erhielt 74 Facetten (inklusive der Kalette) und den Namen Royal Asscher Cut.

Navetteschliff Diamanten

Der Navette Diamant, auch Marquise Schliff genannt, hat eine ovale Form mit zwei Spitzen an den gegenüberliegenden Enden. Generell weist der Schliff 56 oder 58 Facetten inklusive der Kalette auf. Das perfekte Längen-Breiten-Verhältnis liegt bei der Navette zwischen 1,75 und 2,25. Werte darunter oder darüber haben spürbar negativen Einfluss auf die besondere optische Wirkung dieser Form. Die Form des Schliffs, mit den zwei Spitzen, führt zum einen dazu, dass der Diamant deutlich größer wirkt als er tatsächlich ist, und zum anderen dazu, dass die Finger der Trägerin länger und schmaler erscheinen.

Geschichte des Marquise Cuts

Der Marquise-Schliff wurde angeblich durch König Ludwig XV. beauftragt. Der Sonnenkönig wünschte sich einen Diamanten, in der Form des Mundes seiner schönen Geliebten, der Marquise de Pompadour. Daher stammt auch der Name Marquise-Schliff. Der Schliff wurde seither stetig weiterentwickelt und strahlt heute in voller Kraft. Besonderer Beliebtheit erfreute sich der Schliff in den 1960er und 70er Jahren.

Ovalschliff Diamanten

Ein ovaler Diamant ähnelt dem Brillanten. Im Gegensatz zur runden Form wirkt der ovale Diamant, wie der Name schon besagt, von oben betrachtet oval. Genau wie auch der Brillant weist der ovale Diamant, mit seinen 56 Facetten, eine hohe Brillanz auf. Er ist besonders beliebt bei Damen mit kleineren Händen, da die längliche Form die Finger lang und schmal erscheinen lässt.

Geschichte des Oval Cuts

Die Geschichte des Oval-Schliffs, wie wir ihn heute kennen, ist noch jung. Während es schon lange ovale Schliffformen gab, entsprachen die Facetten jedoch nicht dem Schliff, welcher heute als Oval-Schliff bezeichnet wird. Die aktuelle Schliffform wurde erstmals von Lazare Kaplan, einem russischen Schleifer, in den 1960er Jahren geschliffen.

Baguetteschliff Diamanten

Der Baguette-Schliff, auch Radiant genannt, erscheint rechteckig oder auch quadratisch und hat abgeflachte Ecken. Die Form verbindet die Eleganz der Smaragdform mit dem typischen Funkeln eines Brillanten. Der Unterschied zum Smaragdschliff ist, dass hier ein Hybrid aus dem Treppen- und Brillantschliff vorliegt. Ursprünglich hatte der Baguette-Schliff 70 Facetten doch heute gibt es ihn in ganz verschiedenen Ausprägungen und besonders gerne wird er mit 66 Facetten geschliffen.

Geschichte des Radiant Cuts

Der ursprüngliche Radiant-Schliff wurde von Henry Grossbard im Jahr 1977 entwickelt. Das Ziel war es, eine Diamantform zu entwickeln, welche eine rechteckige Form hat und gleichzeitig strahlt wie ein Brillant. Herny Grossbard nutzte weder Mathematik noch ein Computerprogramm, um den Schliff zu entwickeln, sondern arbeitete an Diamanten bis er diese Form entdeckte. Der Baguette Schliff war einer der ersten patentierten Schliffe. Heute ist der Schliff jedoch jedermann zugänglich.

Tropfenschliff Diamanten

Der Tropfen-Schliff (engl. Pear Cut) wird aufgrund seiner Form auch häufig Tränenschliff genannt. Die Form ist an einem Ende rund und am anderen Ende spitz. Somit ist der Tropfenschliff eine Kombination aus einem Brillant- und einem Marquise-Schliff. Vorteile der Form sind die starke Brillanz durch die vielen Facetten des Schliffes sowie die längliche Form, welche der Trägerin schmeichelt und ihre Finger optisch verlängert.

Geschichte des Pear Cuts

Der Tropfen Diamant ist eine sehr alte Schliffform. Die Form wurde im 15. Jahrhundert durch den belgischen Schleifer, Lodewyk van Berken aus Brügge entwickelt. Herr van Berken erfand nicht nur den Tropfenschliff, sondern zusätzlich auch eine Diamant-Polierscheibe, welche es ihm ermöglichte, die Facetten eines Diamanten zu schleifen. Er führte auch das Konzept der absoluten Symmetrie der Facetten ein, welche heute Standard in der Diamantschleiferei ist. Erst im Anschluss an diese Neuerungen wurden Diamanten immer häufiger als Schmuckstücke genutzt.

Herzschliff Diamanten

Das Herz als Symbol der Liebe ist mit Sicherheit die „romantischste“ aller Diamantformen. Daher sind Herz-Diamanten als Geschenk besonders beliebt. Die Herzform ähnelt der Tropfenform, mit dem Unterschied, dass auf der runden Seite des Tropfens eine zusätzliche Spalte hineingeschliffen wird. Üblicherweise haben Herz-Schliffe zwischen 56 und 59 Facetten, mit 4,6,7 oder 8 Hauptfacetten im unteren Bereich des Diamanten. Der Herzschliff zeichnet sich durch eine starke Brillanz und intensives Feuer aus.

Geschichte des Heart Cuts

Der Herzschliff bei Diamanten geht auf das 14. Jahrhundert zurück. So schrieb der Großfürst von Mailand, Galeazzo Maria Sforza im Jahr 1463 über einen herzförmigen Diamanten. Da der Herzschliff dem Tropfenschliff sehr ähnelt, gehen viele sogar davon aus, dass sich das Herz beim Diamanten aus dem Tropfen entwickelte. Einige gehen sogar soweit, dass sie annehmen, dass der berühmten Schleifer Lodewyk van Berken aus Brügge, welcher auch den Tropfen-Schliff entwickelte, den ersten Diamanten im Herzschliff kreierte.

Kissenschliff Diamanten

Der Kissen-Schliff (engl. Cushion-Cut) ähnelt, wie der Name schon sagt, einem Kissen. Er hat eine quadratische Form und abgerundete Ecken. Üblicherweise wird er mit 58 Facetten geschliffen. Durch diese relativ großen Facetten hat der Kissenschliff zwar weniger Brillanz als z.B. ein Brillant aber eine hohe Lichtzerstreuung, was zu einem außergewöhnlichen Farbspiel führt. Er ist ein Hybrid aus dem Old Mine-Schliff und dem modernen Oval-Schliff.

Geschichte des Cushion Cuts

Den Kissen Schliff – im Englischen auch Cushion Cut genannt – gibt es bereits seit über 200 Jahren. Bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts war der Kissen-Schliff der weitverbreitetste Schliff. Häufig wird der Kissen-Schliff auch Candlelight Cut, also Kerzenschein-Schliff, genannt. Diese Bezeichnung findet ihren Ursprung darin, dass Diamanten im Kissen-Schliff besonders schön im Kerzenlicht strahlen. Der Schleifstandard für Kissen-Diamanten hat sich jedoch maßgeblich verändert. Dies führt unter anderem dazu, dass der Kissen-Diamant von heute mehr Brillanz aufweist und dass weniger Material des Rohdiamanten beim Schleifen verloren geht.

Diverse Schliffformen

Darüber hinaus gibt es natürlich noch eine Vielzahl von weiteren Schliffformen wie der Triangel-, Oktagon-, Trapez- oder auch Briolletteschliff und viele andere. Es lassen sich auch Diamanten im Antikschmuckhandel finden, die eine bestimmte Form wie z.B. ein Schiff oder andere Gegenstände darstellen. Diese wurden dann im Auftrag direkt in diese Form geschliffen.  Sollten Sie hier ganz spezielle Wünsche haben, so besorgt Yorxs Ihnen dieses gerne.

Als häufiger auftretende Form gibt es dann auch noch den sogenannten Altschliff. Diese Schliffform bezeichnet die früheren Formen des Brillantschliffes, als für diesen noch weniger Facetten und andere Proportionen verwendet wurden.


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